Eine Lesung – Wie Du Dich richtig vorbereitest

Immer häufiger haben Autoren die Möglichkeit sich selbst und ihr Werk vor fremdem Publikum zu präsentieren. Wer das noch nie gemachtlesungnaund hat, bekommt schnell Panik, bietet sich für solche Veranstaltungen gar nicht erst an oder sagt diese kurz vorher ab.

Zunächst wie immer: Alles, was ich hier erzähle, ist kein professioneller Ratgeber. Ich erzähle es euch nur so, wie ich es gelernt habe, da ich aufgrund der vielen Schulungen bei Microsoft und meiner langjährigen Tätigkeit in der IT Branche seeeeehr oft vor mehreren, mir fremden Menschen, erzählen sollte. Ich kann mich noch erinnern, wie ich vor 17 Jahren war: Produktschulung bei einem Hersteller. Dreißig Leute im Raum. Jeder musste sich vorstellen. Firma und Name. Könnt ihr euch vorstellen, was ich gemacht habe? Ich bin aufs Klo gegangen, bis die Vorstellungsrunde vorbei war.

Also, alles gut: Ich war nämlich genauso so 😉

Deshalb fange ich gleich mit einem sehr wichtigen Thema an:

Lampenfieber

Ich habe im Laufe der Jahre viele Tricks erzählt bekommen. Durch den Bauch atmen, locker lassen, mir vorstellen, die Leute wären nackt und prominente Menschen sind auch nervös. Einer hat mir persönlich am Meisten geholfen. Ich wurde gefragt, ab wie viel Personen ich denn nervös würde. Ich sagte, naja, so 4 oder 5, vor allen Dingen, wenn ich sie nicht kenne. Dann stell dir doch einfach vor, du erzählst es deinen Freunden. Ich dachte noch, das funktioniert niemals. Aber es funktioniert! Was erwarten nämlich die Leute: EUCH! Wie ihr wirklich seid. Authentisch, mit Fehlern, wie man selbst.

2. Trick: Erzähle die ersten Minuten (3-5) etwas völlig belangloses. Wetter, Anfahrt, der Sommer, Herbst oder Winter oder eine kleine Anekdote, die zum Thema passt und witzig ist. Ihr könnt auch erzählen, dass ihr aufgeregt seid. Ich frage dann meistens: Seid ihr auch so aufgeregt wie ich? Dann ist das Eis gebrochen. Meistens beruhigt sich dann der Herzschlag, man kann sich wieder auf das wesentliche konzentrieren, wird ruhiger, aber:

Die notwendige Spannung, die ihr braucht, um nicht langweilig zu sein, bleibt dennoch erhalten. Ganz wichtig: Lernt euer Lampenfieber zu lieben. Denn ihr braucht es.

3. Trick: Lauft den Raum vorher, wenn noch keiner da ist, einmal ab. Macht euch mit dem Mikro vertraut. Lest schon mal einige Sätze, um zu sehen, was es für ein Gefühl ist. Wo sind die Fenster, wo die Türen, wie sind die Stühle aufgestellt. All das hilft euch, euch locker zu fühlen.

WICHTIG!!! Trinken!!! kein Alkohol, sondern Wasser ohne Kohlensäure, denn nichts ist peinlicher als beim Lesen zu rülpsen 😉

 

Vorbereitung ist alles! Überlegt euch ein Drehbuch, das ihr in eure Zeit, die euch gegeben wurde, gliedert. Sucht euch die Kapitel vorab raus. Malt mit einem Marker in dem Buch. Gebt den Sätzen Höhepunkte. Wann wollt ihr leiser werden, wann lauter. Wollt ihr zwischendurch was fragen? Wie lange sollen die einzelnen Abschnitte sein.

Wo lese ich? Ist es ein Spukschloss, weil ich ein Mystery Buch geschrieben habe oder kommt die Location im Buch vor? Was weiß ich über das Schloss? Kann ich etwas davon mit einfließen lassen?

PAUSEN!!! Man mag es nicht glauben, aber sie wirken Wunder. Nicht zu schnell lesen. Wenn ihr einen neuen Abschnitt beginnt: Im Kopf 21,22,23,24 zählen.

Jetzt noch ein kleiner Trick, falls die Aufmerksamkeit nicht mehr von allen bei euch ist: Sprecht leiser! Ihr werdet sehen, die Leute werden ruhig, weil sie euch nicht mehr hören können. Hab ich schon ein paar mal erlebt bei Podiumsdiskussionen. Beeindruckend.

Blickkontakt, wenn ihr nicht lest: Lasst euren Blick schweifen. Denkt an die Fenster, Türen, Stühle, die ihr euch zu Beginn angeguckt habt. Schaut dorthin, lächelt ab und zu. Lächeln wirkt Wunder.

Wenn ihr mal den Faden verloren habt: Keine Panik! Sagt einfach: Huch, jetzt ist der Faden weg. Wenn es mir wieder einfällt, komme ich später darauf zurück. Niemand wird euch den Kopf abreißen.

 

Noch ein kleiner letzter Tipp: Freut euch auf die Lesung. Freut euch, dass ihr die Möglichkeit bekommen habt, euch und euer Buch vorstellen zu dürfen.

Ich wünsche euch ganz viel Erfolg für die erste Lesung und freue mich über Feedback 😉

Eure Katja

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